Die Zeitung NÖN stellte Gemeinderat Otzelberger fragen zur EU und dem Euro

Wie sehen Sie die Situation der EU und des Euro?

Die EU und der Euro ist nur so gut, wie die Länder, die sich beteiligen. Durch eine zu schnelle Erweiterung wurden Länder in die EU aufgenommen, die wirtschaftlich nicht reif für den Euro sind. Es wurde viel Geld investiert, um das Niveau in diesen Erweiterungs-Ländern zu heben. Eine Erweiterung der EU durch die Türkei, würde diese Union endgültig maßlos überfordern – sowohl wirtschaftlich als auch kulturell.
Wenn Länder der Euro-Zone beitreten, obwohl sie die Stabilitätskriterien für den Euro nicht erfüllen, kann das langfristig nicht funktionieren. Die Währungsunion steht nun mitten in einer großen Krise – vielleicht sogar vor dem Kollaps mit einer (Hyper-)Inflation– wenn nicht schleunigst Maßnahmen zur Sicherung einer stabilen Währung gesetzt werden. Und zwar nicht, um die Symptome zu bekämpfen, sondern die wirklichen Ursachen der Krise.

Ist ihr Vertrauen in die EU erschüttert?

Nicht nur mein Vertrauen ist erschüttert, sondern das der weiten Bevölkerungsmehrheit. Die Entwicklungen, die diese Europäische Union seit rund 20 Jahren nimmt, ist mehr als hinterfragenswert. Zum einen ist da die zunehmende Zentralisierung Richtung Brüssel, die einem Europa der Vaterländer entgegensteht.  Dieser Zentralismus zerstört, was die Stärke unseres Kontinents ausmacht. Die Vielfalt nämlich, historisch gewachsen und äußerst fruchtbar, wenn es darum geht, zivilisatorische Höchstleistungen anzustreben. Zum anderen erleben wird durch das Euro-Projekt nicht zuletzt dieser Tage den Versuch, Europa nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich gleichzuschalten und dabei die starken Volkswirtschaften wie Österreich zugunsten der schwachen nach unten zu nivellieren und zu schröpfen. Bedenklich ist auch das Demokratieverständnis dieser EU, die bei wichtigen Entscheidungen nicht die Bevölkerung abstimmen lässt, sondern die Entscheidungen einfach undemokratisch gegen den Willen der Bevölkerung trifft. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit gegen zentralistische Entscheidungen nimmt in der Bevölkerung immer weiter zu. Die Ignoranz in Brüssel wird sicher nicht zur Verbesserung dieses Gefühls innerhalb der Bevölkerung führen.

Was würden Sie sich in dieser Krisensituation von der EU wünschen?

Länder, welche die Kriterien für eine Teilnahme am Euro nicht erfüllten, müssen diese Währungsunion verlassen.  So können sich diese Länder mit einer eigenen schwachen Währung wieder sanieren. Die Euro-Zone hätte so die Möglichkeit sich gesund zu schrumpfen und so wieder zur einer stabilen Währung zu werden, die das Vertrauen der Bürger und der Märkte zurückgewinnt. Nur wenn die Euro-Länder die Stabilitätskriterien einhalten, wird dieser Euro stabil bleiben und überleben. Die Währungsunion gefährdet sich selbst und steht nun vor dem Kollaps und soll zu einer dauerhaften Transferunion werden. Mit unserem Geld sollen das Niveau in den Pleite-Ländern gehoben werden. Wenn dieser Euro überleben will, müssen schleunigst die Stabilitätskriterien eingehalten werden und wer diese nicht einhalten kann, muss die Euro Zone verlassen.

One Response to Die Zeitung NÖN stellte Gemeinderat Otzelberger fragen zur EU und dem Euro

  1. binder robert sagt:

    Hallo, Klaus !

    Du sprichst genau das aus , was viele schon sagen und noch
    mehr denken. Alles gute wünscht dir dein Freund Robert.

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